Von einem Rennradrahmen aus Holz und Carbon bis zu einer Küche voller neuer Chancen: Der Regionalförderbeirat der Sparkasse Imst Privatstiftung entschied wieder über die Vergabe des diesjährigen Förderpreises. Aus insgesamt 30 Einreichungen wurden sieben Preisträger bestimmt. Diese erhalten zusammen 38.000,- Euro an Zuwendungen.
Der Förderpreis der Sparkasse Imst Privatstiftung geht 2026 bereits in seine elfte Auflage. Die Auszeichnung richtet sich seit 2016 an gemeinnützige Initiativen in den Bezirken Imst und Landeck und ist damit fixer Bestandteil des gesellschaftlichen Engagements der Sparkasse Imst. „Als regional verankertes Unternehmen sehen wir es als selbstverständlich an, Menschen und Initiativen zu unterstützen, die sich für unsere Gesellschaft einsetzen“, erklärt Erwin Bouvier, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Imst Privatstiftung. „Die Bandbreite der heurigen Einreichungen zeigt einmal mehr, wie viel Ideenreichtum und Tatkraft in unserer Region steckt.“
Sorgfältige Auswahl
Über die Vergabe der Fördermittel entscheidet der Regionalförderbeirat der Sparkasse Imst Privatstiftung. Dessen Vorsitzender Christian Linser beschreibt die diesjährige Auswahl so: „Mit 30 Projekten aus so unterschiedlichen Bereichen – von Bildung über Soziales und Sport bis Kultur – war die Entscheidung erneut vielschichtig. Am Ende hat uns bei allen Preisträgern überzeugt, wie konkret sie etwas für die Region bewirken.“
Verlässlicher Partner
Ing. Josef Huber, Aufsichtsratsvorsitzender der Sparkasse Imst Privatstiftung und der Sparkasse Imst AG, ordnet den Förderpreis in die lange Tradition des Hauses ein: „Seit 144 Jahren steht die Sparkasse Imst für Verlässlichkeit in der Region. Mit dem Förderpreis führen wir diesen Gedanken weiter und schaffen direkte Unterstützung für Projekte, die im Alltag der Menschen tatsächlich etwas bewegen.“
Interessierte können sich schon jetzt für den Förderpreis 2027 bewerben. Das entsprechende Formular sowie alle weiteren Informationen finden sich unter www.sparkasse.at/imst/stiftung.
Die Preisträger 2026:
HAK Landeck
Projekt „Erste Hilfe für die Seele Jugendlicher“
EUR 5.000,-
Die HAK/HLW Landeck setzt mit der Ausbildung „Erste Hilfe für die Seele Jugendlicher“ ein Zeichen für psychische Gesundheit an Schulen. In Zusammenarbeit mit ProMente werden zunächst Lehrpersonen in einer 16-stündigen Schulung für häufige psychische Erkrankungen junger Menschen sensibilisiert. In einem weiteren Schritt werden auch Schüler:innen ausgebildet, um die Expertise nachhaltig in der Schulkultur zu verankern. Die Initiative begegnet der hohen Nachfrage nach psychosozialen Unterstützungsangeboten und dem spürbaren Mangel an Anlaufstellen in der Region Landeck.Die Sparkasse Imst Privatstiftung fördert die Initiative mit 5.000,- Euro aus dem Fördertopf.
Sprengel Ötztal
Projekt „Integrativer Arbeitsplatz“
EUR 8.000,-
Der Sprengel Ötztal schafft in der Tagesbetreuung Längenfeld einen integrativen Arbeitsplatz für Menschen mit Sehbehinderung: Im Rahmen des Projekts entsteht dort eine Küche mit klar strukturierten, vielfältigen Tätigkeiten, die individuell an die Fähigkeiten der betroffenen Person angepasst werden. Neben der praktischen Beschäftigung steht eine Teilqualifizierung zur Koch-Ausbildung im Fokus, begleitet von zusätzlichen Fachkräften wie Sozialpädagog:innen. Die Kombination aus Inklusion, Qualifizierung und Entlastung des Pflegeteams macht den Arbeitsplatz dauerhaft in die Tagesbetreuung integrierbar und perspektivisch auf weitere Tätigkeitsbereiche ausbaubar. Das Projekt setzt damit ein sichtbares Zeichen gelebter Inklusion im ländlichen Raum.
BRG Imst
Projekt „BewegBar – Bewegung zum Mitnehmen“
EUR 5.000,-
Mit der BewegBar wird am BRG Imst eine zentrale Pausenstation eingerichtet, an der Schüler:innen Bewegungsmaterialien für kurze, aktive Pausen entnehmen können. Ein Teil der Materialien wird im Unterricht von den Schüler:innen selbst entworfen und gebaut, ergänzt durch hochwertige Sport- und Bewegungsgeräte für Koordination, Balance, Kraft und Teamspiele. Ein Schüler:innen-Team übernimmt Organisation und Pflege der Station, wodurch Eigenverantwortung und Teamarbeit gestärkt werden. Angesichts des wachsenden Bewegungsmangels schafft die BewegBar eine Alternative zum übermäßigen Handykonsum, setzt ein Zeichen für Gesundheitsförderung und stärkt zugleich Konzentration und soziale Kompetenz. Rund 450 Schüler:innen profitieren direkt, das Angebot ist langfristig verankert und soll laufend erweitert werden.
FSBHM Landeck-Perjen
Projekt „Wachstum verbindet – gemeinsam im Garten“
EUR 5.000,-
Unter dem Titel „Wachstum verbindet – gemeinsam im Garten“ startete die FSBHM Landeck-Perjen ein fünfjähriges, generationenübergreifendes Bildungsprojekt. In Kooperation mit Stadtgemeinde, Kindergarten, Altersheim, Freiwilligenzentrum und Saatgutbibliothek Landeck ziehen Schüler:innen regional angepasstes, teils historisches Saatgut auf und gestalten mit Kindergartenkindern sowie Senior:innen Pflanz-, Pflege- und Ernteaktionen. Für den Kindergarten entsteht zudem ein Methodenkoffer rund um den Pflanzenkreislauf. Überschüssige Jungpflanzen kommen über das Repaircafé der Allgemeinheit zugute und stärken regionale Kreisläufe. Weiters tragen sie so zum Erhalt alter Sorten bei. Das Vorhaben soll Umweltbewusstsein, Teilhabe und Generationenaustausch über Jahre hinweg festigen.
Gemeinde Nassereith
Projekt „Kulturverein Historischer Bergbau“
EUR 5.000,-
Seit seiner Gründung 1999 widmet sich der Kulturverein Historischer Bergbau Nassereith der Erforschung und Dokumentation des einstigen Blei- und Zinkbergbaus im Ort. Ehrenamtliche Mitglieder werten dafür Quellen aus dem Tiroler Landesarchiv, bayerischen Staatsarchiven und dem deutschen Bundesarchiv aus und dokumentieren erhaltene Sachzeugen aus dem 15. bis 20. Jahrhundert. In Zusammenarbeit mit dem Tiroler Bergbau- und Hüttenmuseum Brixlegg entstand im „Haus der Kultur“ ein kleines Bergbaumuseum mit zahlreichen Fundstücken, historischen Karten und Aufnahmen, das im Sommer 2026 offiziell eröffnet wurde. Der Verein steht der Gemeinde bei bergbaubezogenen Fragen zur Seite und sucht laufend neue Mitglieder, um Forschung und Öffentlichkeitsarbeit weiterzuentwickeln und die Vereinsräume zu gestalten.
HTL Imst
Projekt „Woodberg Holzrad“
EUR 5.000,-
Im Rahmen einer Diplomarbeit entwickelten zwei Schüler der Abschlussklasse der HTL Imst einen neuen Rennradrahmen, der Holz und Carbon innovativ verbindet. Anstelle einer klassischen Negativform dient eine Holzschicht gleichzeitig als Form, tragende Struktur und schlagfeste Schutzschicht des Rahmens. Dadurch lässt sich Carbon deutlich dünnwandiger und gezielter einsetzen – nur so viel, wie für Festigkeit und Steifigkeit tatsächlich nötig ist. Das Ergebnis: ein Rahmen auf Carbon-Gewichtsniveau mit höherer Schlagfestigkeit, individuell anpassbar an jede:n Fahrer:in. Der erste Prototyp ist bereits fertiggestellt und einsatzbereit.
Ob die Fahrräder kommerziell verkauft werden, steht noch nicht fest. Fix geplant ist jedoch eine erste Kleinserie für den Ötztaler Radmarathon. Auf den Projektergebnissen aufbauend werden in weiteren Diplomarbeiten innovative Technologien und Materialien entwickelt, getestet und optimiert.
HLW Landeck
Projekt „Schüler:innen im Focus – ein Podcast“
EUR 5.000,-
Die HLW Landeck möchte den Diplomarbeiten ihrer Maturant:innen mit dem Podcast „Schüler:innen im Focus“ eine neue Öffentlichkeit verleihen. Rund ein Jahr lang arbeiten die Schüler:innen in Vierergruppen an ihren vorwissenschaftlichen Arbeiten, die bislang meist nur vor der Prüfungskommission präsentiert wurden. Der Podcast macht die oft innovativen Ergebnisse für Familie, Freunde, künftige Schülergenerationen und die breite Öffentlichkeit hörbar. Gleichzeitig dient die Produktion als Vorbereitung für die mündliche Matura und stärkt Medienkompetenz sowie Präsentationsfähigkeit. Ab dem laufenden Schuljahr sollen die Diplomarbeiten jährlich im Podcast vorgestellt werden.
Bild: Sparkasse Imst




