Fisser Blochziehen 2026: Fasnachtstradition begeistert erneut Tausende

Am vergangenen Sonntag war es so weit: Das Fisser Blochziehen, einer der ältesten und eindrucksvollsten Fasnachtsbräuche im Alpenraum, lockte im Jahr 2026 tausende Besucherinnen und Besucher nach Fiss. Unter dem Glockenklang der Kirchenuhr und dem rhythmischen Takt der Schallner startete das bunte Spektakel pünktlich um 12.30 Uhr beim Kulturhaus. Die Hauptfigur des diesjährigen Blochziehens war der Fuhrmann, der zu Beginn alle Fasnachter auf ihre traditionellen Positionen einteilte und das Fortkommen des Blochs sicherte.

Es war wieder ein Spiel zwischen Gut und Böse, das sich die Bärentreiber und Jäger, der Bär, die „Mohrelen“, die Hexen, der „Schwoaftuifl“ und der „Miasmann“ lieferten. Begleitet von der Musikkapelle Fiss und zahlreichen weiteren Fasnachtsfiguren, wie den „Paarelen“, zogen sie den Bloch durch die schneebedeckten, von Menschen gesäumten Straßen des Dorfes. Für Staunen sorgte erneut der Bajatzl, der das Publikum – darunter auch Herr Landeshauptmann Anton Mattle – mit seinen akrobatischen Sprüngen auf den Hausdächern begeisterte. Der Giggeler hingegen trieb seine Späße mitten in der Menge. Während des Umzugs kam es schließlich zum Kräftemessen: Sowohl der Bär als auch der „Miasmann“ wurden eingefangen und zum Mitziehen gebracht, während die Hexen und der „Schwoaftuifl“ weiterhin listig versuchten, das Weiterkommen zu verhindern. Zeitgleich zum kräftezehrenden Kampf der Fasnachter sorgten die Hexensprüche, die das Dorfgeschehen thematisierten, für Schmunzeln bei den Zuschauerinnen und Zuschauern.

Blochbaum für 26.600 Euro versteigert

Traditionell endete der Zug am Dorfplatz „Fonnes“ mit dem letzten Höhepunkt des Fisser Blochziehens: der Versteigerung des Blochbaums. Auch dieses Jahr übernahm Bürgermeister Simon Schwendinger diese Aufgabe: „Der Erlös der Versteigerung kommt stets der Fasnacht und sozialen Projekten in der Region zugute. Dieser Zusammenhalt ist für uns als Gemeinde sehr wertvoll.“ Ersteigert wurde der Bloch von Kommerzialrat Karl Handl für 26.600 Euro. Martin Pregenzer, Obmann des Fisser Blochziehens, zeigte sich ebenfalls zufrieden mit der Fasnacht: „Wir freuen uns, dass die Organisation und der Ablauf des Fisser Blochziehens 2026 so reibungslos funktioniert haben und danken allen Besucherinnen und Besuchern für ihr Kommen!“

Das Fisser Blochziehen, seit 2011 Teil des immateriellen UNESCO-Kulturerbes, bewies auch 2026, wie lebendig das Brauchtum im Tiroler Oberland ist. Wer nicht bis zum nächsten Blochziehen im Jahr 2030 warten möchte, ist herzlich eingeladen, das Kinderblochziehen 2028 mitzuerleben.

Bild: Fisser Blochziehen, Andreas Kirschner