OberlandKlima.at liefert erstmals detaillierte Klimadaten auf lokaler Ebene für Bevölkerung, Gemeinden und Wirtschaft.
Im Tiroler Oberland steht ab sofort ein neues digitales Informationsangebot zur Verfügung: Mit OberlandKlima.at werden klimatische Entwicklungen erstmals bis auf Gemeindeebene sichtbar und nachvollziehbar. Das Projekt wurde unter der Leitung des Meteorologen und Geographen Thomas Pichler entwickelt und vom Rotary Club Imst Landeck finanziert. Das Online-Portal richtet sich an Bevölkerung, Gemeinden und Unternehmen und ermöglicht einen kostenlosen Zugang zu lokalen Klimainformationen – von historischen Entwicklungen seit 1961 bis hin zu zukünftigen Klimaszenarien bis 2100. „Ziel ist es, ein Bewusstsein für das aktuelle Klima, vergangene Veränderungen und den künftig zu erwartenden Klimawandel in unserer Region zu schaffen. Gleichzeitig wollen wir eine datenbasierte Klimawandelanpassung auf lokaler Ebene unterstützen“, sagt Thomas Pichler.
Klimawissen auf Gemeindeebene zugänglich gemacht
OberlandKlima.at bereitet vorhandene Klimadaten so auf, dass sie leicht zugänglich und für die Praxis nutzbar werden. Abrufbar sind unter anderem Temperatur-, Niederschlags- und Schneeverläufe sowie langfristige Trends und Klimaszenarien.
Besonders relevant ist dabei die räumliche Auflösung: Damit entsteht in Tirol eine Datengrundlage, die Auswirkungen des Klimawandels bis auf die kleinste Verwaltungsebene herunterbricht.
Das Portal versteht sich als Werkzeug, das Gemeinden, Wirtschaft und Bevölkerung bei der Einschätzung zukünftiger Entwicklungen unterstützt.
Ganz konkret können die Daten in verschiedenen Bereichen eine wertvolle Grundlage für künftige Anpassungsmaßnahmen bieten – etwa in der Raumplanung, bei Infrastrukturprojekten, in der Wasserwirtschaft oder in der Bildung. Unmittelbare Anwendungen sollen sich mit der Nutzung der Daten schrittweise entwickeln.
Praxisperspektive aus Technik und Wirtschaft
Die praktische Relevanz der Plattform unterstreicht auch Roman Markowski, Vorstandsmitglied des Rotary Club Imst Landeck und geschäftsführender Gesellschafter der AVT Vermessung GmbH:
„Wir arbeiten täglich mit Planungsgrundlagen für konkrete Bauvorhaben – vom Talboden bis in den hochalpinen Raum. An den unterschiedlichen Orten zeigen sich sehr unterschiedliche Auswirkungen der Klimaerwärmung. Je genauer man die Verhältnisse einschätzen kann, desto besser die Planung. Allein an diesem Beispiel lässt sich ablesen, wie entscheidend verlässliche Klimadaten inzwischen sind“, sagt Markowski. OberlandKlima.at schließe hier eine Lücke: „Die Plattform liefert keine abstrakten Modelle. Sie ist vielmehr ein Werkzeug, das künftig Anwendungsmöglichkeiten in der Praxis liefern kann – etwa bei Standortentscheidungen, Infrastrukturprojekten oder der Risikobewertung.“ Gerade aus Sicht eines Vermessungstechnikers werde deutlich, welchen Mehrwert lokale Klimadaten bieten: „Wenn wir Entwicklungen kleinräumig verstehen, können wir Projekte präziser planen und langfristig absichern. Das betrifft Gemeinden ebenso wie Unternehmen und private Bauherren.“
Starkes Signal aus der Landespolitik
Auch auf Ebene des Landes Tirol werden Klimainformationen systematisch aufbereitet und öffentlich zugänglich gemacht. Seit vergangenem Jahr sind die Ergebnisse der regionalen Klimaanalyse – unter anderem zu Hitzeentwicklung und Kaltluftleitbahnen – online auf TIRIS einsehbar. OberlandKlima.at baut auf diesen landesweiten Grundlagen auf und ergänzt sie um Daten auf Gemeindeebene. Dadurch werden klimatische Unterschiede innerhalb des Tiroler Oberlands sichtbar und für lokale Entscheidungen direkt nutzbar.
Landesrat René Zumtobel unterstreicht die Bedeutung dieser Entwicklung:
„Das starke ehrenamtliche Engagement – insbesondere durch den Rotary Club Imst Landeck – ist ein deutliches Zeichen für die hohe gesellschaftliche Relevanz des Themas. Wir müssen durch den Klimawandel begründete Anpassungsmaßnahmen setzen und dafür braucht es belastbare Grundlagen für vorausschauende Entscheidungen in den Gemeinden. Mit der Plattform werden Klimadaten bereitgestellt und damit für die Allgemeinheit noch konkreter in der Praxis nutzbar gemacht.“
Projekt aus der Region für die Region
OberlandKlima.at ist eine Non-Profit-Initiative, die von engagierten Akteurinnen und Akteuren aus dem Tiroler Oberland entwickelt wurde. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich aufzubereiten und direkt vor Ort nutzbar zu machen.
Mit der Unterstützung des Rotary Club Imst Landeck entsteht so ein Werkzeug, das langfristig zur Bewusstseinsbildung beiträgt und eine sachliche Grundlage für den Umgang mit dem Klimawandel in der Region schafft.
Bild: POLAK




