Schulklassen entdecken Piburger See

Mit einem neuen Schulprogramm rund um den Piburger See setzen Gemeinde Oetz und Naturpark Ötztal gezielt auf Bewusstseinsbildung bei jungen Menschen. Im Rahmen des EU-geförderten Projekts lernen Schüler:innen seit Mai direkt vor Ort die faszinierende, aber zugleich bedrohte Lebenswelt des bekannten Naturjuwels kennen. Bereits mehrere Schulklassen aus der Region haben das Angebot an der Seite von ausgebildeten Naturparkführer:innen absolviert.

Das Programm richtet sich vor allem an Schulen im Ötztal sowie im Raum Imst bis Innsbruck und kann von der 3. Schulstufe bis zur Oberstufe gebucht werden. Treffpunkt ist jeweils direkt am Piburger See, wo die Jugendlichen ein mehrstündiges, praxisnahes Bildungsprogramm erleben. Unter dem mehrdeutigen Motto „Ein Blick ins Verborgene“ beschäftigen sich die Teilnehmer:innen dabei mit der Flora und Fauna im und am Wasser und erfahren, wie alles miteinander zusammenhängt. Auch Nährstoffkreisläufe, Sauerstoffmangel in der Tiefe, der Einfluss des Klimawandels sowie Besucherdruck und menschliche Eingriffe werden thematisiert. 

„Besonders interessant ist das Angebot für Schulen mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt“, erklärt Brigitte Oberweger vom Naturpark Ötztal. „Die Inhalte sind didaktisch sehr gut aufgebaut – von einfachen Zusammenhängen bis hin zu komplexeren Themen wie der Dichte des Wassers oder den Auswirkungen von Nährstoffeinträgen. Je nach Altersstufe werden die Inhalte angepasst und entsprechend vermittelt.“

Verständnis für das empfindliche Ökosystem schaffen

Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Wissensvermittlung, sondern vor allem das Verständnis dafür, wie sensibel das Gleichgewicht am Piburger See ist und welchen Einfluss menschliches Verhalten darauf hat. 

„Uns als Gemeinde liegt es am Herzen, bei der Bewusstseinsbildung bereits bei den Jugendlichen anzusetzen“, betont der Oetzer Bürgermeister Hansjörg Falkner. „Einerseits, weil sie den See selbst als Freizeit- und Erholungsraum nutzen, andererseits weil sie das neu gewonnene Wissen auch in ihre Familien und Freundeskreise weitertragen können. Die direkte Auseinandersetzung vor Ort gemeinsam mit fachkundigen Guides ist dafür ein sehr guter Weg.“

Der Piburger See befindet sich zu rund 80 Prozent im Besitz der Gemeinde Oetz. Entsprechend groß sei auch die Verantwortung, dieses Naturjuwel langfristig zu erhalten, so Falkner.

Gemeinsam entwickelt und finanziert

Die Gemeinde Oetz hat das Schulprogramm im Rahmen des laufenden EUREGIO-Projekts zur Kommunikations- und Bewusstseinsbildung rund um den Piburger See in Auftrag gegeben. EU-Fördermittel sowie Beiträge der Gemeinde finanzieren das Angebot. Die inhaltliche Ausarbeitung des Konzepts erfolgte durch den Naturpark Ötztal gemeinsam mit dem Verein Natopia, der auf Umweltbildung und Naturvermittlung an Tiroler Schulen spezialisiert ist. „Auf diese Weise ist ein umfassendes Programm entstanden, das wissenschaftliche Inhalte verständlich aufbereitet und gleichzeitig die emotionale Verbindung zur Natur stärkt“, erklärt Viktoria Ernst vom Naturpark Ötztal. 

Bild: Naturpark Ötztal