Praxistag Demenz am St. Vinzenz Bildungszentrum Zams

Der „Praxistag Demenz – den Alltag meistern“ hat sich in Zams längst als wichtiger Termin etabliert – auch die sechste Ausgabe, die Ende Mai im BiZ stattfand, zeigte, wie groß das Bedürfnis nach Information, Orientierung und persönlichem Austausch ist. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Koordinationsstelle Demenz des Landesinstituts für Integrierte Versorgung Tirol sowie einem breiten regionalen Netzwerk rund um das St. Vinzenz Bildungszentrum (BiZ), das Krankenhaus Zams, und Partnerorganisationen. Zahlreiche Besucher*innen folgten der Einladung und nutzten die Gelegenheit, sich umfassend mit den Herausforderungen auseinanderzusetzen, die eine Demenzerkrankung im Alltag mit sich bringt.

Orientierung und Handlungssicherheit

Im Zentrum stand neben der Wissensvermittlung die Frage, wie Betroffene und ihr Umfeld konkrete Handlungssicherheit gewinnen können. Gleich zu Beginn widmete sich Dr.in Pia Koudouovoh-Tripp, Fachärztin für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin, der zentralen Frage, wann Vergesslichkeit als mögliches Krankheitszeichen einzuordnen ist und welche Schritte nach einer Diagnose sinnvoll sind. Dabei wurde deutlich, wie wichtig eine frühzeitige Abklärung und ein strukturierter Umgang mit der Situation sind. „Gerade bei Themen wie Demenz ist es wichtig, Orte für Information, Austausch und Begegnung zu schaffen. Das BiZ soll der Oberländer Bevölkerung dafür bewusst Raum bieten“, betonte die BiZ Direktorin Mag.a Margarethe Achenrainer.

Emotionale Aspekte und neue Zugänge

Einen bewusst anderen Schwerpunkt setzte der Vortrag von Thomas Raggl-Schäuble, der die emotionale Dimension der Erkrankung beleuchtete. Im Mittelpunkt standen Schamgefühle und deren Auswirkungen auf Selbstbild und zwischenmenschliche Beziehungen. Die Auseinandersetzung mit diesen oft unausgesprochenen Aspekten zeigte klar, wie wesentlich ein respektvoller und sensibler Zugang ist, um die Würde der Betroffenen zu wahren. 

Praxisnahes Wissen und Vernetzung

Das Programm bot Möglichkeiten, sich gezielt mit einzelnen Themen auseinanderzusetzen. In Workshops wurden unter anderem Fragestellungen rund um „Recht und Hilfe“ (Mag. Günter Riezler), „Musik als Schlüssel zu Menschen mit Demenz“ (Margret Seebacher, Musiktherapeutin) sowie „Unterstützung durch technische Hilfsmittel“ (Johanna Aufschnaiter, BScN und Verena Friedrich, BSc MScN) behandelt. Weitere Einheiten widmeten sich Inhalten wie „Grenzen selbst bestimmen“ (Anna Gutleben DSB), „Die Identität spürbar erhalten“ (Susanne Grinschgl) sowie „Demenz verstehen – den Alltag sicher gestalten“ (Claudia Krug, Vaget). 

Darüber hinaus nutzten viele Teilnehmende die Gelegenheit, direkt mit regionalen Anlaufstellen ins Gespräch zu kommen. Organisationen aus den Bereichen Beratung, Pflege und Selbsthilfe präsentierten ihre Angebote und standen für individuelle Fragen zur Verfügung. Demenzkranke Angehörige wurden während der Veranstaltung professionell betreut.

Impulse mit nachhaltiger Wirkung

Der Praxistag machte einmal mehr ersichtlich, dass der Umgang mit Demenz nicht isoliert betrachtet werden kann. Gefragt sind vernetzte Strukturen, praxisnahe Informationen und Räume für offenen Austausch. Genau hier setzt die Veranstaltung an – und liefert wertvolle Impulse und Unterstützung, die weit über den Veranstaltungstag hinauswirken.

Bild: BiZ/Landesinstitut für Integrierte Versorgung Tirol