Der Imster Radmarathon feiert am 17. Mai 2026 seine 10. Auflage und erreicht einen neuen Meilenstein: Erstmals sind mit 1.500 Athlet:innen die Kapazitäten der Veranstaltung voll ausgeschöpft. Im Rahmen eines Pressefrühstücks gaben Imst Tourismus und Veranstalter Frank Rietzler Einblicke in die Entwicklung und in die wachsende Bedeutung des Events für die Region.
Für Imst ist der Radmarathon längst mehr als ein sportlicher Wettbewerb. Er bringt neben den Teilnehmer:innen auch zahlreiche Begleitpersonen in die Region und sorgt für eine hohe Auslastung in den Unterkünften. Reinhold Werth, Geschäftsführer von Imst Tourismus, spricht von zusätzlichen touristischen Umsätzen von bis zu 120.000 Euro sowie einer direkten regionalen Wertschöpfung zwischen 60.000 und 70.000 Euro. „Das Radrennen ist ein zentraler Baustein für unsere touristische Entwicklung“, so Werth.
Mit einem der ersten Marathons der Saison setzt sich Imst als Radsportdestination in Szene. Viele Athlet:innen nutzen den frühen Termin zur Vorbereitung auf die kommenden Wettkämpfe – während in anderen Regionen die Wintersaison noch ausklingt. „Imst steht für Bewegung, Outdoor und Vielfalt. Der Radsport bildet einen wesentlichen Bestandteil davon. Durch die zentrale Lage kann man bei uns bereits Rad fahren, während in anderen Gebieten noch Skibetrieb herrscht“, betont der Touristiker.
Stetige Entwicklung und wachsendes Interesse
Frank Rietzler, der das Event seit der ersten Auflage mitorganisiert, verweist auf den kontinuierlichen Aufwärtstrend: „Das Rennen hat sich in den letzten zehn Jahren stark weiterentwickelt – sowohl bei den Anmeldezahlen als auch in der Wahrnehmung. Mit 1.500 Athlet:innen aus 22 Nationen sind wir heuer erstmals ausgebucht.“
Zum Vergleich: Beim ersten Imster Radmarathon 2016 gingen 325 Sportler:innen aus acht Nationen an den Start. Heute stammen rund 70 % der Teilnehmer:innen aus Deutschland, ergänzt durch Starter:innen aus Italien, der Schweiz und Österreich. „Wir beobachten zudem, dass die Zielgruppe jünger wird und immer mehr Frauen sich für das Rennradfahren begeistern. Das zeigt, wie dynamisch sich die Sportart insgesamt entwickelt“, so Rietzler.
Vernetzung für Wachstum
Der Imster Radmarathon ist heuer erstmals Teil des Tiroler Rennradcups und bildet gemeinsam mit dem Arlberg Giro sowie dem Kufsteinerland Radmarathon eine Serienwertung. Für die Athlet:innen eröffnet sich damit die Möglichkeit, über mehrere Bewerbe hinweg Punkte zu sammeln und sich in der Gesamtwertung zu messen. Neben der Einbindung in den Tiroler Rennradcup besteht auch eine Kooperation mit dem Radrennen Glocknerkönig, etwa in Form gemeinsamer Gewinnspiele und Startplatzverlosungen.
Positionierung als Rad- und Outdoorregion
Imst Tourismus hat die Dynamik im Radsport früh erkannt und das Angebot konsequent weiterentwickelt. Zahlreiche Betriebe gehen diesen Weg mit und zeichnen sich – unter anderem mit dem internationalen Qualitätslabel „Bett+Bike“ – als bikefreundliche Unterkünfte aus. Durch entsprechende Infrastruktur wie sichere Abstellräume und Serviceangebote sprechen die Unterkünfte gezielt Radgäste an.
„Der Imster Radmarathon zeigt, wie Veranstaltungen zum Markenprofil einer Region beitragen. Er bringt Frequenz, schafft Sichtbarkeit und stärkt unser Image im Outdoorbereich“, so Paul Auderer, Obmann von Imst Tourismus.
Strecke und Erlebnis als Erfolgsfaktoren
Auch die Streckenführung des Radmarathons unterstreicht den Profilierungsanspruch: Sie verbindet mehrere Tourismusregionen – von Imst über Innsbruck und seine Ferienregionen bis ins Ötztal und teilweise ins Pitztal – und kombiniert sportliche Herausforderung mit eindrucksvollem Panorama. So sind auf der Abfahrt von Ochsengarten Richtung Ötz Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h möglich. Die anspruchsvollste Streckenvariante umfasst insgesamt 2.300 Höhenmeter und 110 Kilometer. „Schon beim Einradeln erkunden die Teilnehmer:innen die gesamte Umgebung – vom Alpine Coaster bis zur Area 47. Diese Bilder bleiben im Kopf und führen dazu, dass viele später mit der ganzen Familie zurückkehren“, betont Frank Rietzler den touristischen Mehrwert des Events. Zusätzlich generiert das Rennen hohe mediale Reichweite – sowohl durch klassische Berichterstattung als auch über die Social-Media-Aktivitäten der Besucher:innen. Im Vorjahr erzielte Imst Tourismus rund 11.000 Views auf seinen Social-Media-Kanälen.
Neue Infrastruktur und erweitertes Rahmenprogramm
Das Wachstum des Radrennens erfordert auch organisatorische Anpassungen: Start und Ziel wurden heuer erstmals zum Agrarzentrum West verlegt, das deutlich mehr Platz und bessere Rahmenbedingungen bietet. „Am bisherigen Standort beim Sportzentrum ist der Imster Radmarathon zuletzt an infrastrukturelle Grenzen gestoßen – insbesondere bei Parkplätzen und Fußballspielen rund um den Rennstart“, erklärt Frank Rietzler. Zur Jubiläumsveranstaltung erwartet Besucher:innen und Teilnehmer:innen zudem ein erweitertes Programm. Am Samstag bietet ein Kinderrennen auch dem Nachwuchs die Möglichkeit, erste Wettbewerbserfahrungen zu sammeln. Am Abend lädt die Brauerei Schloss Starkenberg zum „Offenen Biertank“ mit Einblicken in die Braukunst ein. Bei der Preisverleihung am Sonntag sorgt eine Pumptrack-Show des Radakrobaten Nico Ostheimer für zusätzliche Unterhaltung. Das Restaurant-Café iKuh rundet das Rennwochenende mit einer Nudelparty ab.
Auch die Zusammenarbeit mit der HTL Imst wird dieses Jahr fortgeführt: Im Rahmen eines Kreativwettbewerbs entwarfen Schüler:innen erneut die Siegerpokale. In Kooperation mit der Geschützten Werkstätte Tirol werden insgesamt 100 Pokale für den Imster Radmarathon hergestellt.
Potenzial und Weiterentwicklung
Der Imster Radmarathon zeigt exemplarisch, welchen Beitrag Sportveranstaltungen zur touristischen Entwicklung leisten: Von der Bettenbelegung bis hin zu wichtigen wirtschaftlichen Impulsen. Das Event dient damit auch als strategisches Instrument, um die Region langfristig als attraktive Outdoor- und Radsportdestination zu etablieren und neue Gästegruppen zu gewinnen. Imst Tourismus will diesen Weg konsequent fortsetzen – mit gezieltem Ausbau des Angebots, enger Zusammenarbeit mit den Betrieben und einer klaren Ausrichtung auf Qualität und Sichtbarkeit.
Bild: Imst Tourismus / Mugurel Grissemann




