Mit einem Festakt blickt das Ötztal auf ein Jahrhundert motorisierte Mobilität zurück. Einen Weg, den die Ötztaler Verkehrsgesellschaft m.b.H. (ÖVG) seit ihren Anfängen maßgeblich mitprägt. 1926 wurde die Ötztaler Straße für Postkraftwagen und die ersten speziell konstruierten Kleinbusse nach Obergurgl freigegeben. Bereits 1929 legten die Pioniere um Angelus Scheiber mit der ersten privaten Kraftfahrlinie den Grundstein für den heutigen Nahverkehr. Was mit einfachen Transfers von Ötztal-Bahnhof zu den Unterkünften begann, ist heute ein Hochleistungsnetz: Mit 70 Fahrzeugen legt Ötztaler jährlich 3 Millionen Kilometer zurück, befördert 2,3 Millionen Fahrgäste und läutet mit Solarenergie sowie E-Bussen das nächste, emissionsfreie Kapitel im hochalpinen Raum ein.
Der Wunsch, die eigene Entwicklung selbst zu gestalten, gilt im Ötztal auch in Sachen Mobilität. Ende Juni 1926 erfolgte die Freigabe der Ötztaler Straße für Postkraftwagen. Schon 1929/30 startete der Ötztaler Tourismuspionier Angelus Scheiber mit Partnern die erste private Kraftfahrlinie, um Bahnreisende ab Ötztal-Bahnhof verlässlich zu ihren Unterkünften zu bringen. Nach den Kriegsjahren legten Angelus Scheiber, Dr. Valentin Falkner, Bürgermeister Georg Fiegl, Hans Haid und Jakob Grundstein die Basis für die neue Ötztaler Verkehrsgesellschaft. Das Prinzip der Unabhängigkeit hat bis heute Bestand: Das Unternehmen befindet sich zu 100 Prozent in der Hand von 29 heimischen Gesellschaftern. Darunter Seilbahnen, Tourismusverbände, Hoteliers und Privatpersonen. Erwirtschaftete Gewinne fließen als Investitionen direkt in die Region zurück. „Eigenständigkeit bedeutet schlicht und ergreifend Freiheit. Niemand weiß so gut wie wir selbst, was die Bevölkerung und unsere Gäste im Ötztal wirklich brauchen. Wir kennen jede Stoßzeit und den Bedarf vor Ort“, erklärt Kontrollrat Lukas Scheiber.
Rückgrat für Wirtschaft, Bevölkerung und Tourismus
Aus den Anfängen auf holprigen Karrenwegen ist ein hochmoderner Mobilitätsdienstleister und das größte Busunternehmen Westtirols entstanden. Mit 70 Fahrzeugen befördert Ötztaler heute jährlich rund 2,3 Millionen Fahrgäste auf einem 375 Kilometer langen Liniennetz. In der Hochsaison befördert die Flotte bis zu 20.000 Skigäste pro Tag im dichten Takt. Auch bei Großevents wie dem Ski-Weltcup in Sölden beweist das Team logistische Meisterleistungen: Durch den Shuttle-Service können rund 12.000 Pkw-Fahrten vermieden werden. Landeshauptmann Anton Mattle gratulierte anlässlich des Festakts zu einem Jahrhundert öffentlicher Mobilität im Ötztal und hob die Bedeutung des öffentlichen Personennahverkehrs für den Tourismus in der Vergangenheit und in der Gegenwart hervor: „Gerade bei der Anreise spielt dieser eine ganz große Rolle. Das hat man hier im Tal schon früh erkannt und lebt es etwa in Form zeitgemäßer Elektromobilität.“
Emissionsfrei in die nächsten 100 Jahre
Auch in der Gegenwart untermauert Ötztaler den Pioniergeist: Über 450 Photovoltaik-Module am Betriebsdach in Sölden liefern bis zu 1,3 MWh sauberen Strom für die flüsterleise E-Busflotte. Die Elektrobusse sparen im Jahr rund 456 Tonnen CO2 ein. „Der Erfolg unseres Unternehmens beruht nicht auf Fahrzeugen, Technik oder Innovation. Dieser besteht maßgeblich aus den Menschen, die sich engagieren und ihren Beitrag leisten“, unterstreicht Ötztaler-Geschäftsführer Franz Sailer.
Bild: Ötztaler




