Lernen von früher

Die Ötztaler Museen zählen mit dem mittelalterlichen Turm in Oetz und dem frühneuzeitlichen Bauerndorf-Ensemble in Längenfeld zu den ältesten Häusern im Tal. Doch das Team rund um Geschäftsführerin Edith Hessenberger wirtschaftet am Puls der Zeit. Als Klimabündnis-Betrieb setzen die Museen den Fokus auf Nachhaltigkeit.

Hessenberger sieht im Zusammenspiel von Geschichte und Tradition einen Auftrag für die Zukunft. Ob Ernährung, Mobilität oder Energie – von der früheren Lebensweise könne man sich einiges abschauen um den eigenen Alltag nachhaltiger zu gestalten. „Die Ötztaler Museen sind als Gebäude, als Museen, aber auch in Hinblick auf ihre Kernthemen ideale Botschafter für Umwelt- und Klimaschutz, für einen bewussten Umgang mit Ressourcen und ein nachhaltiges Wirtschaften – im Tal wie auch im eigenen Betrieb“, so die Geschäftsführerin. Dieses Bewusstsein möchte das Museen-Team nun in die Tat umsetzen. Mit dem Beitritt zum Klimabündnis-Betriebe-Netzwerk wurde die Grundlage für konkrete Klimaschutzmaßnahmen in den nächsten Jahren gelegt.

Geprüft auf Herz und Nieren
Das Klimabündnis Tirol unterstützt Unternehmen mit einem KlimaCheck. Geprüft werden die Bereiche Energie, Mobilität, Abfall, Beschaffung, Verpflegung, Wasser, Boden und Kommunikation. Wo kann der Betrieb Energie oder Wasser einsparen? Wie regional, saisonal oder biologisch ist das Angebot? Welches Druckerpapier wird verwendet? Der Check bietet die ideale Einstiegsmöglichkeit für alle Unternehmen, die einen nachhaltigen Weg einschlagen wollen. Im Anschluss werden mit dem Team von Klimabündnis Tirol Klimaziele für die kommenden Jahre erarbeitet. „Schon kleine Änderungen im Betrieb können Großes bewirken“, ist der Klimabündnis-Berater Martin Stolz überzeugt. „Wenn alle an einem Strang ziehen, können wir das gemeinsame Ziel der Energieautonomie Tirol 2050 erreichen.“ Über 1.200 Betriebe haben sich österreichweit bereits der Klimabündnis-Idee verschrieben.

Der Blick in die Zukunft
In Sachen Nachhaltigkeit wollen die Ötztaler Museen mit gutem Beispiel vorangehen. So wird im Heimatmuseum etwa ein Garten mit alten Sorten angelegt und das Wissen um die Weiterverarbeitung dieser Sorten bewahrt. Die Mühlen entlang des Lehnbaches thematisieren die historische Nutzung erneuerbarer Energien, und auch in Hinblick auf erneuerbare Baustoffe können die Ötztaler Museen als Best Practice aufwarten – zum Beispiel, wenn es um die Sanierung alter Bauernhäuser geht, wie dies etwa beim „Gedächtnisspeicher“ der Fall ist. Als Museumsbetrieb liegt ein weiteres wichtiges Klimaziel in der Bewusstseinsbildung der Besucherinnen und Besucher. Das sei einerseits durch die Themenwahl bei Ausstellungen, andererseits durch eine besonders ressourcenschonende Ausstellungsgestaltung möglich. Auch die Durchführung von Veranstaltungen nach den Kriterien von Green Events Tirol sei fix geplant. „Die Ötztaler Museen bereiten die Geschichten der Vergangenheit auf, um Visionen für die Zukunft anzubieten“, so Hessenberger.

Bild: Die Ötztaler Museen sind seit kurzem Klimabündnis-Betrieb. Im Garten des Heimatmuseums in Lehn wird bereits Flachs angebaut um die Weiterverarbeitung zu Leinen zu zeigen.
Foto: Ötztaler Museen

Über das Klimabündnis Tirol
Beim Klimabündnis wird das Credo „Global denken, lokal handeln“ wörtlich genommen. Eine globale Partnerschaft verbindet lokale Akteure – wie Gemeinden, Betriebe oder Schulen – mit Organisationen im Amazonas-Gebiet in Brasilien. Gemeinsames Ziel der solidarischen Partnerschaft ist der Erhalt des Regenwaldes und der Rechte indigener Menschen. Gleichzeitig setzt sich das Klimabündnis für einen klimafreundlichen Lebensstil in Tirol ein. „Es braucht ein globales Netzwerk um der Klimakrise – der Herausforderung des 21. Jahrhunderts entgegen zu treten“, sagt Klimabündnis-Geschäftsführer Andrä Stigger.

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