Imster Bergbahnen setzen auf Ganzjahresstrategie und starken Sommer

Während viele kleine Skigebiete unter Druck geraten, setzen die Imster Bergbahnen konsequent auf ein Ganzjahreskonzept – mit starkem Sommergeschäft, regionaler Verankerung und dem Alpine Coaster Imst als wirtschaftlichem Motor.

Klimawandel, steigende Energiepreise, hoher Investitionsdruck und ein verändertes Freizeitverhalten stellen vor allem kleine Bergbahnen in den Alpen vor große Herausforderungen. Sinkende Schneesicherheit und der Strukturwandel im alpinen Tourismus führen dazu, dass immer mehr Betriebe in wirtschaftliche Probleme geraten. Gleichzeitig erwarten Gäste heute weit mehr als die reine Transportleistung: Erlebnisangebote, Kulinarik, Veranstaltungen und verantwortungsvolles Handeln im Einklang mit der Natur gelten längst als wesentliche Faktoren.

Mit Strategie und Weitblick zum nachhaltigen Vorzeigebeispiel

Während mancherorts der Betrieb eingestellt werden muss, haben sich die Imster Bergbahnen bewusst anders positioniert und entwickeln sich erfolgreich weiter. Die Bergbahn im Tiroler Oberland umfasst zwei Gondelbahnen sowie den Alpine Coaster Imst als längste Alpen-Achterbahn der Welt. Zudem bietet sie im Winter einen Schlepplift, ein Übungsgelände, zwei Naturrodelbahnen und neun Pistenkilometer. Früh wurde auf ein Ganzjahresmodell gesetzt, das heute die Basis des wirtschaftlichen Erfolgs bildet. Der Sommer ist mittlerweile die stärkste Saison. „Wir haben uns schon vor vielen Jahren entschieden, die Region Hoch-Imst als Ganzjahres-Destination weiterzuentwickeln. Heute zeigt sich, dass dieser Weg richtig war. Wir sind längst nicht mehr vom Winter allein abhängig“, erklärt Geschäftsführer Bernhard Schöpf.

Ein stimmiges Gesamtangebot aus Natur, Sport, Gastronomie und Erlebnis bildet die Grundlage. Eingebettet in eine intakte Naturlandschaft wird dabei bewusst auf einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt geachtet. Gleichzeitig wird kontinuierlich investiert – etwa in die technische Beschneiung sowie in die moderne Seilbahninfrastruktur, die 2021 erneuert wurde. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor liegt im engagierten Team: „Unser Fortschritt ist nur möglich, weil unsere Mitarbeiter:innen und jene der Gastronomie- und Servicebetriebe tagtäglich mit viel Einsatz und Herzblut für unsere Gäste da sind. Dafür gebührt allen größter Dank.“

Solide Entwicklung

Die strategische Ausrichtung zeigt sich auch in den wirtschaftlichen Kennzahlen. Die Imster Bergbahnen sind heute in der Lage, ihren laufenden Betrieb eigenständig zu finanzieren. „Unser Ziel war immer eine gesunde Entwicklung. Das haben wir erreicht“, so Schöpf, der ergänzt: „Besonders erfreulich: Der Sommer entwickelte sich wirtschaftlich sehr stark.“ Dazu trägt auch die neue Seilbahn bei, die seit ihrer Eröffnung im Dezember 2021 über 2,5 Millionen Gäste beförderte.

Alpine Coaster Imst als wirtschaftlicher Motor

Eine tragende Rolle spielt der Alpine Coaster Imst: Die ganzjährig geöffnete und auf Schienen geführte längste Alpen-Achterbahn der Welt schreibt eine spezielle Erfolgsgeschichte. Seit mittlerweile 23 Jahren fungiert sie als tragender Publikumsmagnet und ist weit über die Region hinaus bekannt. Mit der 3,5 Kilometer langen Strecke und spektakulären Elementen wie dem 450-Grad-Kreisel zählt der Alpine Coaster Imst zu den bekanntesten Sommerattraktionen im Alpenraum und spricht ein breites Publikum an. 

„Der Alpine Coaster ist für uns weit mehr als ein beliebtes Freizeitangebot. Er bildet einen zentralen Bestandteil unseres Geschäftsmodells und hat die Entwicklung von Hoch-Imst maßgeblich geprägt“, weiß Schöpf. „Der internationale Bekanntheitsgrad als ‚längste Alpen-Achterbahn‘ bringt uns zusätzliche Aufmerksamkeit und laufend viele neue Besucher:innen nach Hoch-Imst.“ Die Zahlen unterstreichen diese Dynamik: Seit Inbetriebnahme im Sommer 2003 zählten die Verantwortlichen bereits über 2,6 Millionen Fahrten. In den vergangenen Jahren verzeichnete der Alpine Coaster stets über 120.000 Zutritte.

Attraktives Gesamtkonzept in Hoch-Imst

Neben dem Alpine Coaster Imst besticht die Region vor allem durch ein vielseitiges und gut abgestimmtes Angebotsspektrum. Klettervarianten, Wanderwege, Familienangebote, Veranstaltungen und die bewirtschafteten Hütten vereinen sich im Sommer zu einem abwechslungsreichen Gesamtbild. Im Winter ist die Palette an Möglichkeiten noch größer. Hier sind nahezu alle Sportarten an einem Ort möglich: Skifahren, Snowboarden, Rodeln, Schneeschuh- und Winterwandern, Skitourengehen, Eislaufen, Langlaufen und der Alpine Coaster Imst als Ganzjahresrodelbahn. Schöpf betont: „Unsere Stärke liegt im Zusammenspiel aller Angebote. Unsere Gäste – insbesondere Familien – schätzen das stimmige Gesamterlebnis und die vielen Alternativen.“

Eine tragende Rolle kommt der funktionierenden Gastronomie am Berg zu, die maßgeblich zur Aufenthaltsqualität beiträgt. UAlm, Latschenhütte und die im Sommer geöffnete Muttekopfhütte überzeugen mit kulinarisch hochwertigen und traditionellen Speisen. „Das Gesamtangebot im Sommer passt. Da spielt die neue Gondelbahn eine wichtige Rolle. Diese bringt uns auch bei Schlechtwetter Gäste und wir nutzen sie zudem für unsere Genussgondel mit Frühstücksbuffet direkt in den 10er-Kabinen“, erzählt Martin Winkler, Geschäftsführer von der UAlm.

Die 82-Jährige Waltraud Nothurfter führt seit fünf Jahrzehnten die Latschenhütte. Persönlich ist sie sehr zufrieden, auch wenn sie feststellt, dass die Herausforderungen in den letzten Jahren enorm gestiegen sind. Nothdurfter sieht das Positive: „Die neue Gondelbahn bringt uns neue Gäste. Speziell ältere Personen oder Familien mit Kinderwagen schätzen das Angebot.“ Die moderne Transportinfrastruktur garantiert Barrierefreiheit bis auf 2.050 Meter Seehöhe und ein Allwetterangebot.

Ein weiterer Vorteil ist die Lage: Hoch-Imst erreicht man in wenigen Minuten vom Inntal aus und liegt im direkten Einzugsgebiet der Ballungsräume Imst, Landeck und Telfs. „Diese gute Erreichbarkeit ist für uns ein klarer Vorteil. Viele Erholungssuchende kommen ganz bewusst für einen spontanen Ausflug“, erläutert Bernhard Schöpf.

Starke regionale Verankerung

Die hohe Akzeptanz in der Bevölkerung ist ein weiterer zentraler Erfolgsfaktor. Das Angebot wird von Einheimischen intensiv genutzt – insbesondere aus dem Raum Landeck bis Telfs. „Dass so viele Menschen aus der Region regelmäßig zu uns kommen, freut uns ganz besonders. Das zeigt, dass wir ein Angebot geschaffen haben, das wirklich angenommen wird“, sagt Schöpf. 

Der Imster Bürgermeister Stefan Weirather verdeutlicht die Bedeutung von Hoch-Imst: „Die Imster Bergbahnen sind mehr als ein touristischer Betrieb. Sie haben sich zu einem ganzjährigen Freizeit- und Naherholungsgebiet für die Region entwickelt und leisten einen wichtigen Beitrag zur lokalen Lebensqualität und der Wertschöpfung.“ Ähnlich sieht es Martin Winkler, der auch im Vorstand von Imst Tourismus sitzt: „Die Imster Bergbahnen sind aus touristischer Sicht enorm wichtig. Die lange Sommersaison von Ende April bis Anfang November sorgt für eine größere Wertschöpfung und ermöglicht attraktivere Jobangebote.“

Sommerstart am 30. April 2026

Auch in der kommenden Sommersaison hoffen die Verantwortlichen auf viele treue Besucher:innen. Diese beginnt bereits am 30. April und dauert bis 1. November. Der lange Betrieb ist ein weiteres Indiz für die strategische Ausrichtung in Hoch-Imst. Diese zeigt eindrucksvoll, dass eine Kleinstbergbahn erfolgreich wirtschaften kann – wenn sie sich konsequent weiterentwickelt, ihre Stärken kennt und auf ein zukunftsorientiertes Gesamtkonzept setzt.

Bild: Imster Bergbahnen