Pflegeausbau in Zams

Mit dem Ausbau der Schwerpunkt- und qualifizierten Kurzzeitpflege entsteht in Zams ein zukunftsweisendes Projekt des Gemeindeverbandes St. Vinzenz, dem 54 Gemeinden angehören. Ein Meilenstein in der Gesundheits- und Pflegeversorgung im Tiroler Oberland, von dem Patient*innen, Angehörige und die gesamte Region langfristig profitieren. Die unmittelbare Nähe zum Krankenhaus St. Vinzenz Zams bietet optimale Voraussetzungen für eine enge Zusammenarbeit zwischen medizinischer Versorgung und Pflege. Gleichzeitig ist das Projekt nachhaltig geplant. Es fügt sich architektonisch bestmöglich in das Umfeld ein und neben der dringend benötigten Pflegeinfrastruktur entsteht auch eine Bereicherung für den öffentlichen Raum in Zams.

Der Zammer Bürgermeister LA Benedikt Lentsch, MA, sieht im Projekt eine wichtige Investition in die Zukunft der Region und der Gemeinde Zams: „Wir sichern damit nicht nur dringend benötigte Pflegeplätze, sondern übernehmen Verantwortung für die Menschen, die heute und in den kommenden Jahrzehnten auf eine wohnortnahe, hochwertige Versorgung angewiesen sind. Gleichzeitig war es uns von Beginn an ein großes Anliegen, die Auswirkungen der Bauphase auf das unmittelbare Umfeld so gering wie möglich zu halten. Der Aufbau einer starken Gesundheitsversorgung und Rücksicht auf die Nachbarschaft sind für unsere Dorfgemeinschaft kein Widerspruch. Unser Anspruch ist es, notwendige Infrastruktur so zu gestalten, dass sie sich langfristig positiv in unsere Gemeinde einfügt und die Lebensqualität nachhaltig stärkt. Ich bin überzeugt, dass wir hier in Zams ein wertvolles Projekt für die gesamte Region schaffen.“

Die weitreichende Bedeutung der neuen Pflegeeinrichtung unterstreicht auch Herbert Mayer, Obmann des Gemeindeverbandes St. Vinzenz und Bürgermeister der Stadt Landeck: „Die Sicherstellung einer regionalen Gesundheits- und Pflegeversorgung ist eine gemeinsame Aufgabe unserer Gemeinden. Als starker und engagierter Verband schaffen wir in Zams eine wichtige Grundlage dafür, dass die Menschen im Tiroler Oberland auch künftig auf eine hochwertige Versorgung vertrauen können.“

Ganzheitliche Planung

Das planerische Gesamtkonzept von Architekt DI Harald Kröpfl aus Landeck verbindet die Anforderungen einer modernen Schwerpunktpflegeeinrichtung mit den Gegebenheiten des Standortes. Architektur, Freiraum und Landschaft wurden dabei bewusst gemeinsam gedacht – mit dem Anspruch, einen Ort zu gestalten, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt und gleichzeitig die Qualität des bestehenden Umfeldes bewahrt. 

Am Ende des Alleeweges, der zugleich Teil der beliebten Talkesselrunde Landeck-Zams ist, entsteht mit dem neuen Gebäude ein allen zugänglicher Aufenthaltsbereich, der zum Verweilen, Begegnen und Austauschen einlädt. Begrünte Flächen, flexible Sitzmöglichkeiten und generationenverbindende Gestaltungselemente – darunter ein Bodenschach, eine Baumstammtribüne als natürliche Sitz- und Balancierlandschaft sowie interaktive, bewegungsfördernde Bodenspiele – prägen einen lebendigen einladenden Platz mit hoher Aufenthaltsqualität. Dieser steht Patient*innen, Besucher*innen sowie der Bevölkerung gleichermaßen offen. Architekt DI Harald Kröpfl dazu: „Jedes Gebäude verändert und prägt seinen Standort. Entscheidend ist deshalb, wie bewusst und sensibel mit dieser Verantwortung umgegangen wird. Unser Anspruch war es, eine Pflegeeinrichtung zu entwickeln, die nicht nur ihre wichtige Aufgabe erfüllt, sondern auch den Ort als Ganzes weiterdenkt – mit qualitätsvollen Freiräumen und einem Mehrwert für die Menschen, die sich dort aufhalten.“

Verantwortung für Natur und Erscheinungsbild

Der Erhalt von Grünraum und der verantwortungsvolle Umgang mit dem bestehenden Baumbestand sind mit Sorgfalt geplant. Für die Umsetzung der Baumaßnahmen werden fünf Bäume, die sich auf dem Grundstück der Barmherzigen Schwestern von Zams befinden, fachgerecht ausgegraben und in Abstimmung mit der Gemeinde Zams als Verlängerung der bestehenden Allee wieder eingesetzt. Nach Abschluss der Bauarbeiten erfolgt eine entsprechende Neubepflanzung im Sinne des markanten Alleecharakters, der im Rahmen des Planungskonzeptes vollständig erhalten bleibt.

Pflegeversorgung mit Weitblick

Durch das angrenzende Krankenhaus können medizinische und spezialisierte pflegerische Kompetenzen optimal abgestimmt werden. Die neue Einrichtung ist durch das Land Tirol wohnbaugefördert und schafft insgesamt 44 Pflegeplätze – davon 24 Plätze in der Schwerpunktpflege sowie 20 Plätze in der qualifizierten Kurzzeitpflege. Damit wird die wohnortnahe Versorgung für die Bevölkerung im Tiroler Oberland nachhaltig gestärkt und pflegende Angehörige werden entlastet. Mag.a Dr.in Stephanie Federspiel-Kleinhans, LL.M., Geschäftsführung Krankenhaus St. Vinzenz, betont: „Eine moderne Gesundheitsversorgung endet meist nicht mit dem Krankenhausaufenthalt. Gerade der nahtlose Übergang in eine spezialisierte Pflege entscheidet vielfach über den weiteren Genesungsverlauf und die Lebensqualität der Patient*innen. Die unmittelbare Anbindung an das Krankenhaus bildet dafür ideale Voraussetzungen: kurze Wege, eine enge Zusammenarbeit zwischen Medizin und Pflege sowie eine Versorgung, die individuell abgestimmt werden kann. Davon profitieren Patient*innen ebenso wie Angehörige.“

Verkehr und Abläufe klar geregelt

Als Baurechtsnehmerin und Bauherrin hat die gemeinnützige Tiroler Wohnbau ein umfassendes Verkehrs- und Baustellenkonzept entwickelt, das mit Baustart im Herbst 2026 (Vorarbeiten bzw. Zaunerrichtung ab Ende Juli) umgesetzt wird. Der überwiegende Baustellenverkehr wird über das Krankenhausareal abgewickelt. Die ersten Arbeiten, insbesondere Aushub und Hangsicherung, erfolgen aufgrund der Lage und Beschaffenheit des Grundstückes aus technischen Gründen über den Perdann. Die Erschließung der Einrichtung – somit die Zufahrt nach Fertigstellung – erfolgt ausschließlich über das Krankenhausareal.

Die Baustellenlogistik wird zentral koordiniert. Über die Gemeinde Zams werden während der Bauzeit bis ca. Mitte 2028 Informationen der Projektträger zu wesentlichen Planungsstufen und Bauabschnitten kommuniziert.

Bild: Kröpfl Architekten