Coronavirus: Geändertes Freizeitverhalten bewirkt ein Drittel weniger Rettungseinsätze

Tirols Bevölkerung hält sich zum allergrößten Teil an die Ausgangsbeschränkungen. Das zeigt auch der Rückgang der Rettungseinsätze in Tirol, die in der vergangenen Woche um ein Drittel gesunken sind. Die Gesundheitsberatung 1450 wickelte in den vergangenen 13 Tagen insgesamt knapp 11.000 Anrufe ab. Die Leitstelle Tirol verzeichnete im Rettungsdienst einen Rückgang der Einsatzfahrten um mehr als ein Drittel. Im Vergleich von Freitag, 13. März, bis Freitag, 20. März, gingen die Einsätze von 1.147 auf 717 zurück – die Fahrten in Zusammenhang mit dem Coronavirus sind bereits berücksichtigt.

„Ein herzliches Dankeschön an Sie, liebe Tirolerinnen und Tiroler, dass sie durch ihre Einschränkungen den Einsatzkräften und Krankenhäusern den wichtigen Spielraum geben, um einer Überlastung entgegenzuwirken. Uns ist bewusst, dass wir von Ihnen einiges abverlangen. Wir können nur gemeinsam etwas bewirken“, zeigt sich LH Günther Platter dankbar und ermutigt die Tiroler Bevölkerung, „auch weiterhin geschlossen die Einschränkungen auf sich zu nehmen und damit den bestmöglichen Einsatz im Kampf zur Verminderung der Ausbreitung des Coronavirus mitzutragen.“  Dem fügt Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg hinzu: „Dass es weniger Einsatzfahrten gibt, ist auch auf das geänderte Freizeitverhalten der Tirolerinnen und Tiroler zurückzuführen. Damit werden für mögliche Einsätze im Zusammenhang mit dem Coronavirus wieder mehr Ressourcen frei und die Einsatzkräfte können darauf ihren Fokus legen.“

Sechs stationäre Screening-Stationen in ganz Tirol

Zur schnellen Abwicklung von Coronavirus-Verdachtsfällen wurden in ganz Tirol bereits fünf stationäre Screening-Stationen eingerichtet – die sechste in Schwaz startet mit dem morgigen Tag. Die Screening-Stationen sind als Privatpersonen nur dann aufzusuchen, wenn eine von der Leitstelle in Form von SMS ausgestellte „Überweisung“ vorhanden ist. Konkret fahren die Fahrzeuge, private Fahrzeuge oder ein Rettungswagen, in die „Screeningstraße“ ein, wo die Personen von ÄrztInnen befragt und getestet werden. „Die Screening-Stationen haben sich bewährt – in beinahe allen Tiroler Bezirken sind sie mittlerweile vorzufinden – damit werden vor allem die mobilen Screening-Teams, die täglich im Einsatz sind und Testungen bei betroffenen Personen zuhause durchführen, entlastet“, so LR Tilg.

Die Screening-Stationen befinden sich an folgenden Standorten:

  • Innsbruck/Baggersee (8 bis 20 Uhr)
  • Bezirkskrankenhaus Zams (8 bis 16 Uhr)
  • Bezirkskrankenhaus Kufstein (8 bis 20 Uhr)
  • Bezirkskrankenhaus St. Johann (10.30 und 16 Uhr)
  • Parkplatz Bergbahnen Zettersfeld in Lienz (nach Bedarf)
  • Schwaz: Parkplatz der Disco Mausefalle ab morgen, Montag (10 bis 18 Uhr)

Minderjähriger Flüchtling erkrankt

Im Bezirk Innsbruck-Land erkrankte in einer Betreuungseinrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (umF) des Roten Kreuzes Tirol ein Jugendlicher am Coronavirus. Der betroffene Flüchtling wurde umgehend innerhalb der Einrichtung isoliert – im Zuge der Ermittlungen weiterer möglicher Kontaktpersonen wurden auch die weiteren 19 Jugendlichen, die derzeit in der Betreuung wohnhaft sind, isoliert. Sie zählen zu engen Kontaktpersonen, weshalb für sie eine 14-tägige Quarantäne gilt. Für alle MitarbeiterInnen der kritischen Infrastruktur gelten strikte Hygiene- und Verhaltensvorschriften sowie Schutzmaßnahmen.

Coronavirus:  942 positive Testergebnisse in Tirol

Update Corona Tirol, Stand heute, Sonntag, 22. März 2020, 18.30 Uhr:

•          Positive Coronavirus-Testergebnisse: 942

•          Zunahme von Sonntagvormittag bis Sonntagabend, 18 Uhr: 103 Personen

•          Zahl der mittlerweile genesenen Personen: 8

•          Zahl der bisher in Tirol durchgeführten Testungen: 7687

•          Zahl der durchgeführten Testungen, für die ein Ergebnis vorliegt: 6029

•          Zahl der noch in Auswertung befindlichen Testungen: 1658

Bezirkszahlen der positiven Testungen im Überblick:

•          Innsbruck: 190

•          Innsbruck-Land: 131

•          Landeck: 272

•          Imst: 61

•          Lienz: 44

•          Kufstein: 83

•          Schwaz: 60

•          Kitzbühel: 81

•          Reutte: 16

Bei 4 weiteren Personen wird die gesicherte Bezirkszuordnung derzeit abgeklärt.

Testungen Österreich:

•          Zahl der durchgeführten Testungen, für die ein Ergebnis vorliegt: 21.368

Stand: Sonntag, 22. März 2020, 15 Uhr

Unterschied Zahlen Bund-Land:

•          Der Bund vermeldet mit Stand heute, Sonntag, 22. März 2020, 15 Uhr: 644 positive Fälle in Tirol

Die unterschiedlichen Zahlen von Ministerium und Land ergeben sich durch eine unterschiedliche Zählweise. Während Tirol alle Fälle registriert, die im Bundesland positiv getestet werden, also auch ausländische StaatsbürgerInnen, zählt das Gesundheitsministerium nur Personen, die in Tirol gemeldet sind.

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