Tiroler Gesundheitssystem wird weiter auf Coronavirus-Entwicklungen vorbereitet

Mit Stand heute, Donnerstag, 8.30 Uhr gab es in Tirol 1.593 positive Testergebnisse, ein Drittel aller österreichischen Tests wird in Tirol durchgeführt. Insgesamt wurden tirolweit bisher knapp 12.000 Personen getestet – über 9.900 Proben sind ausgewertet, allein am gestrigen Tag waren es 1.400. Mit der Einhaltung der Verkehrsbeschränkungen in ganz Tirol zeigt sich LH Günther Platter sehr zufrieden: „Die Disziplin der Tirolerinnen und Tiroler ist herausragend, dafür möchte ich mich herzlich bedanken. Mit der Verringerung der sozialen Kontakte sind wir auf dem richtigen Weg. Denn bei mehr sozialen Kontakten würde es mehr Neuinfektionen geben, was wiederum das Gesundheitssystem überfordern würde. Alle, die sich an die strikten Regeln halten, helfen Leben zu retten.“

166 Corona-PatientInnen in Tirols Spitälern

Im Rahmen der gemeinsamen Pressekonferenz mit Professorin Cornelia Lass-Flörl, Direktorin der Sektion für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie der Medizinischen Universität Innsbruck, und Günter Weiss, Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin, erklärte LH Platter: „Derzeit werden 166 positiv getestete Personen an Tirols Spitälern behandelt. Davon befinden sich 38 Personen auf der Intensivstation, 35 der 38 Corona-PatientInnen müssen beatmet werden.“

Ohne restriktive Maßnahmen bis zu dreifacher Zahl an Neuinfektionen

Derzeit zeichnen sich in Tirol drei Krankheitsmuster ab, wie Professor Weiss erklärte: Die häufigste Form seien jene PatientInnen mit einem milden Krankheitsverlauf, bei denen die Symptome nach einigen Tagen abklingen. Bei PatientInnen, deren Krankheitsverlauf sich nach fünf bis sieben Tagen verschlechtere, sei es wesentlich, dass diese rechtzeitig entsprechende medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Jene mit schweren Verläufen werden von Beginn an auf der Intensivstation untergebracht. Zur weiteren Entwicklung betont Professor Weiss: „Wir werden sehen, ob sich die Kurve der Neuinfektionen abzuflachen beginnt. Klar ist, dass die Zahl der Neuinfektionen ohne die restriktiven Maßnahmen zwei bis drei Mal so hoch wäre. Ich appelliere an alle, die Vorgaben des derzeitigen Systems durchzuhalten und so Leben zu retten.“

Dem pflichtet auch Professorin Lass-Flörl bei: „Weil auch augenscheinlich gesunde Personen ohne es zu wissen das Virus weitergeben können, ist ‚social distancing‘ sehr wichtig.“ Zum Schutz des Gesundheitspersonals werden vom Land Tirol derzeit und in weiterer Folge drei Millionen Schutzmasken und 110.000 Schutzanzüge verteilt: In einem ersten Schritt an das Personal der Gesundheitseinrichtungen und in weiterer Folge an mobile Pflegedienste sowie Alten- und Pflegeheime.

Für alle jene Personen, die nicht im medizinischen Bereich tätig sind, wurde zwischenzeitlich eine Initiative für selbstgenähte Stoffmasken für den Eigenbedarf gestartet. „Wichtig dabei ist, dass auch diese Masken sachgerecht gehandhabt werden und den Hygienerichtlinien entsprechen: So sollte eine Maske nur zwei bis drei Stunden getragen und jedenfalls bei 60 bzw. 90 Grad gewaschen werden“, so Lass-Flörl. 

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