Frau in Oberland DABEI

Plattform gegen Gewalt

Was ist Gewalt? Wo bekomme ich Hilfe? Wie helfe ich? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert die Website von „Gewaltfrei Tirol“. Vor Kurzem nahm die Gewaltpräventionsstelle des Landes auf der Website ein Update vor: Die Beratungs- und Hilfsangebote in Tirol und Österreich wurden aktualisiert und die Darstellungsstruktur angepasst, sodass NutzerInnen rasch und passgenau die relevanten Informationen erhalten.

Die wesentlichen Neuerungen sind:

  • Hilfs- und Unterstützungsangebote filtern
    Damit gewaltbetroffene Personen das für sie passende Hilfs- und Unterstützungsangebot finden, kann dieses hier nach Region, Personengruppe (Kinder und Jugendliche, Frauen, Menschen mit Behinderungen usw.) und Thema (sexualisierte Gewalt, Extremismus, Prozessbegleitung usw.) gefiltert werden.
  • Tipps, um bei Gewalt Zivilcourage zu zeigen
    Wie man sich als Zeugin oder Zeuge von Gewalt bzw. bei der Vermutung, dass eine Person von Gewalt betroffen sein könnte, verhalten sollte, wird hier erklärt. Auch Angehörige und SystempartnerInnen, die helfen möchten und sich dadurch oft selbst in einer belastenden Situation befinden, werden von Beratungs- und Hilfseinrichtungen unterstützt.
  • Rechtliche Informationen
    Informationen zu den relevanten Gesetzen, strafrechtlichen Maßnahmen sowie Opferrechten im Bereich Gewalt finden sich hier. Dort werden etwa das Betretungs- und Annäherungsverbot, die einstweilige Verfügung oder die Prozessbegleitung erklärt. Außerdem wird dargelegt, wo und wie man Anzeige erstatten kann.
Gewalt ist keine Privatsache.

„Gewalt kann alle Menschen treffen und sieht nicht immer gleich aus. Die Website www.gewaltfrei-tirol.at liefert niederschwellig die wichtigsten Informationen, die in erster Linie Betroffene benötigen: Notrufnummern sowie eine Zusammenstellung des Hilfs- und Unterstützungsangebots in Tirol“, erklärt LRin Eva Pawlata und appelliert: „Gewalt ist keine Privatsache, sondern geht uns alle an. Von Beschimpfungen bis hin zu sexueller Belästigung – holen Sie sich Hilfe, wenn Sie Gewalt erleiden. Wer in seinem Freundes- oder Bekanntenkreis Gewalt mitbekommt, sollte indes aufmerksam hinschauen und Hilfe anbieten bzw. sich gegebenenfalls schnellstmöglich über Unterstützungsmöglichkeiten informieren.“

Gewaltprävention als Schlüsselaufgabe.

Als Drehscheibe aller im Bereich Gewaltprävention und Gewaltschutz tätigen Institutionen in Tirol wurde im Jänner 2021 die Gewaltpräventionsstelle eingerichtet. Sie ist in der Abteilung Gesellschaft und Arbeit des Landes Tirol angesiedelt und steht mit internen und externen Einrichtungen im laufenden Austausch. Darüber hinaus koordiniert sie die Gewaltpräventionsarbeit des Landes und betreibt Sensibilisierungs- und Bewusstseinsarbeit.

Im „Gleichstellungspaket 2020-2023 – Gleichstellung von Frauen und Männern in Tirol“ sind für das Handlungsfeld Gewaltprävention eine Reihe von Maßnahmen definiert. So befinden sich aktuell knapp 20 Projekte in Umsetzung, die vom Land Tirol mit insgesamt rund 430.000 Euro gefördert wurden. Darunter befinden sich Kampagnen gegen Gewalt an Frauen, Workshops für Jugendliche zur Gewaltprävention und für Mädchen zur Selbstbehauptung und -verteidigung, Trainingsprogramme für TäterInnen zur Beendigung von Gewalt oder Maßnahmen zu Gewalt in Kinderbetreuungseinrichtungen und im Alter. Außerdem wurden im Vorjahr fünf Runde Tische zum Thema Gewaltprävention in ganz Tirol abgehalten. Dabei tauschten sich die regionalen AkteurInnen zum bestehenden Angebot aus und sammelten Informationen zu regionalen Gegebenheiten und Themen. Auch Umsetzungsmöglichkeiten regionaler bzw. zielgruppenspezifischer Projekte im Bereich der Gewaltprävention wurden diskutiert und mögliche Synergien ausgelotet. Noch für dieses Jahr sind zwei landesweite Sensibilisierungskampagnen zur Gewaltprävention sowie dem Thema „Hass im Netz“ geplant.

Titelbild: „Gewalt ist keine Privatsache, sondern geht uns alle an. Von Beschimpfungen bis hin zu sexueller Belästigung – holen Sie sich Hilfe, wenn Sie Gewalt erleiden“, appelliert LRin Pawlata.

Foto: Pixabay/Ulrike Mai