TIWAG Kühtai Tag der offenen Baustelle in Oberland DABEI

Staudamm im Kühtai wächst

Die Bauarbeiten im Kühtai für die Erweiterung der Kraftwerksgruppe laufen auf Hochtouren. Zuletzt wurde mit der Schüttung des Dichtkerns für den späteren Staudamm begonnen.

Auf der freigelegten, gereinigten und abgedichteten Felsoberfläche wird jetzt dichtes, mineralisches Erdmaterial aufgebracht. Das Schüttvolumen des gesamten Dammes beträgt insgesamt 6,9 Mio. Kubikmeter. „Das gesamte Material für den Damm wird vor Ort im Längental gewonnen, aufbereitet und Schicht für Schicht eingebaut und verdichtet“, informiert TIWAG-Projektleiter Klaus Feistmantl.

Vortriebsarbeiten gehen voran.

Gut voran kommt auch der unterirdische Vortrieb für den 25 Kilometer langen Beileitungsstollen. Klaus Feistmantl: „Seit Beginn Ende März hat sich die Tunnelbohrmaschine bereits 1,7 Kilometer vorgearbeitet.“ Am Bohrkopf, der sich mit bis zu zehn Umdrehungen pro Minute durch das vorwiegende Gneis-Gestein vorwärts arbeitet, befinden sich 29 Schneidrollen, die etwa handgroße Gesteinsstücke ausbrechen. So können pro Tag bis zu 40 Meter Vortrieb geleistet werden. Die Arbeiten laufen rund um die Uhr im Drei-Schicht-Betrieb und werden bis zur Fertigstellung des Beileitungsstollens ca. vier Jahre dauern. Die Gesamtlänge der bereits aufgefahrenen Stollen und Schächte beträgt 8,5 Kilometer.

Auch das spätere Kraftwerk Kühtai 2 wird vollkommen unterirdisch in einer Felskaverne errichtet. Hier ist ein großer Teil bereits ausgebrochen. Derzeit werden die Betonierarbeiten für die Auflagerbalken der Maschinenkräne und das Gewölbe vorgenommen. In wenigen Wochen geht es dann mit dem Ausbruch nach unten weiter, bis die Kavernenhöhe von 40 Meter erreicht ist. Der Einbau der beiden 190 Megawatt starken Pumpturbinen wird 2023 beginnen.

Baustelle digital.

Über die neue App „TIWAG erneuerbare+ können Interessierte eine virtuelle Tour durch die Kraftwerksanlage im 3D- oder Augmented Reality-Modus unternehmen. „Uns ist es wichtig, die Bevölkerung bei diesem Großprojekt laufend und umfassend zu informieren“, erklärt TIWAG-Vorstandsdirektor Johann Herdina. „Das Interesse ist sehr groß, wie auch der erfolgreiche Tag der offenen Baustelle im Juni mit etwa 6.000 Besucherinnen und Besuchern zeigt.“

Der Ausbau der Kraftwerksanlagen im Kühtai sieht einen zusätzlichen Speichersee im Längental mit 31 Millionen m³ Fassungsvermögen sowie ein unterirdisches Pumpspeicherwerk als zweite Oberstufe vor. Die Speicherkapazität kann dadurch um rund 50 Prozent erhöht und mit dem zusätzlichen Wasser 216 Mio. kWh pro Jahr mehr Strom erzeugt werden. Insgesamt investiert die TIWAG rund eine Milliarde Euro. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme ist bis Ende 2026 geplant.

Titelbild: Das Voranschreiten der Bauarbeiten im Kühtai kann auf einer virtuellen Tour durch die Kraftwerksanlage im 3D- oder Augumented Reality-Modus beobachtet werden. Den Tag der offenen Baustelle nahmen etwa 6.000 Interessierte wahr.

Foto: TIWAG