Biowärme Imst in Oberland DABEI

Die Biowärme ist Zukunftswärme in Imst

Die Biomasse-Heizwerke im Bezirk Imst arbeiten in der sowie für die Region und liefern bequem Nahwärme bis in die eigenen vier Wände. Ein weiterer Pluspunkt: Ihre Klimaneutralität. Deswegen sind sie die optimale Lösung für alle, die nachhaltige Zukunftswärme wollen. Einen großen Zulauf bemerkt man bereits bei den Anbietern.

Die klimaneutrale Wärmeversorgung ist eine der größten Herausforderungen der Zukunft, alleine in Tirol sind bis 2035 rund 60.000 Ölheizungen zu tauschen. Auf Bezirksebene liegen keine offiziellen Zahlen vor, die Biowärme Tirol schätzt die Anzahl in Imst aber auf zumindest 4.370 Anlagen. Und die Zeit rennt beim Tausch – nicht nur wegen der ungünstigen Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und deren Lieferanten – bis 2025 müssen Anlagen, die älter als 25 Jahre sind, ausgewechselt werden. Es besteht also in den nächsten drei Jahren Handlungsbedarf bei allen Heizanlagen, die vor der Jahrtausendwende eingebaut wurden.

Ein Glück, dass die Umstände gerade so günstig wie nie sind, welche Andreas Moser, Koordinator der Biowärme Tirol, näher beschreibt: „Gerade im Bereich der privaten Haushalte sind die ‚Raus aus Öl und Gas‘-Förderungen durch Land und Bund gegenwärtig sehr hoch und können bei niedrigen Einkommen bis zu 100 Prozent betragen.“ 1.400 Ansuchen aus Tirol sind bis zum 31. Jänner 2022 bereits eingegangen, die Bundesförderung ist ferner mit der Tiroler Wohnbauförderung kombinierbar. Eine Beratung durch die Energie Tirol im Vorfeld ist zu empfehlen. „Fördermöglichkeiten werden auch durch unseren Förderrechner ersichtlich“, betont Moser. An der Nahwärme Interessierte finden alle Betriebe zum „Andocken“ auf der Geo-Landkarte der Biowärme Tirol.

„Jeder in Stams soll das Recht haben, an ein Heizwerk anzuschließen.“

Franz Gallop, ehemaliger Bürgermeister von Stams

Vorbildhafte Beispiele

In Stams und Längenfeld lebt man die Nachhaltigkeit in den Orten bereits, seit mehr als zwei Jahrzehnten sind die Biomasse-Anlagen Teil der Regionen. In Stams überlegte man bereits vor der Jahrtausendwende, ein Hackschnitzel-Heizwerk zu bauen. Hintergrund: Das Stift und das Schigymnasium Stams brauchten je 200.000 Liter Heizöl. Deshalb schritt man zur Tat, gründete eine Gesellschaft und setzte das Vorhaben um. „Die Anlage wurde da auch um einen Pufferspeicher erweitert, damit Öl vollständig substituiert werden kann“, weiß Franz Gallop, ehemaliger Bürgermeister von Stams. Aktuell ist man in der Vollauslastung, freut sich bald über ein Hackschnitzel-Kraftwerk als Ergänzung, das Strom erzeugen und Abwärme liefern soll. „Das ist natürlich eine super Sache. Gerade bei den jetzigen Ölpreisen.“ Der Handlungsbedarf war dringend, denn die Anfragen der Bevölkerung nehmen zu; gerade jetzt wird vielen der Wert von regionaler Wärme bewusst. „In Stams funktioniert die Biomasse-Anlage heute sehr gut“, resümiert er. Anfangs gab es aber Bedenken hinsichtlich des Betriebs, welche sich alle als vollkommen unbegründet herausstellten. Ebenso vor der vermeintlichen Abhängigkeit scheuten sich einige. Für die Zukunft hat sich aber in der Vergangenheit gezeigt: Preissicherheit erhält man bei der Nahwärme. „Heute bedanken sich bei uns die Leute, dass sie anschließen dürfen“, schildert Gallop den Wandel in der Wertschätzung.

„Auch die Gastronomie hat erkannt, dass sie keine Heizwarte sondern Geschäftsleute sind. Durch den Nahwärme-Anschluss sparen sie sich jetzt einiges an Zeit und Arbeit.“

Rupert Scheiber, Betriebsleiter der Biomasse-Anlage Längenfeld

Bei der TIWAG-Anlage in Längenfeld wird ebenso klimaneutrale Nahwärme produziert und über ein rund 18 Kilometer langes Fernwärmenetz an rund 300 Kund:innen – darunter Haushalte, Betriebe und die Therme „Aquadome“ – geliefert. Etwa 12.000 Tonnen CO2 können so pro Jahr eingespart werden. „Wir sitzen zum einen in einem Einzugsgebiet von Holz bzw. dessen Resten und zum anderen war es damals die glückliche Fügung, dass die Therme Längenfeld gebaut wurde“, berichtet Rupert Scheiber, Betriebsleiter der Biomasse-Anlage und Bezirkskoordinator Imst der Biowärme Tirol, von der Geschichte des 2003 in Betrieb genommenen Heizkraftwerks. Was sich über die Jahre stark verändert hat, ist auch hier die Nachfrage, die aktuell enorm sei. „Preis-Leistung ist bei uns stimmig“, betont er. „Und auch beim Kundenservice sind wir sehr schnell. Wir versuchen jeden Tag unser Bestes zu geben.“ Doch nicht nur von regionaler Wärme, einem ansässigen Partner und marktgerechten Preisen profitieren die Menschen im Ort. Im Zuge der Errichtung des Heizwerks wurde auch eine Hackgenossenschaft gegründet, welche die einzelnen Agrargemeinschaften verbindet. Dadurch kann das Holz effizienter zur Biomasse-Anlage gebracht werden, wodurch die heimische Wirtschaft Stärkung erfährt.

Smarte Lösung durch Rauchgas-Entstickung

Die Biomasse-Anlagen im Bezirk Imst – Mitgliedsbetriebe sind auch in Sölden, Kühtai und Obsteig beheimatet – stehen aber nicht nur für Vertrauen in eine zuverlässige Wärmeversorgung, sie tüfteln zudem immer wieder an neuen Verfahren, die beispielsweise bei der Reduzierung der beim Verbrennungsprozess entstehenden Stickoxide helfen. Auf dem neuesten Stand der Technik ist seit Dezember 2021 die Biowärme Imst, eine Tochtergesellschaft der Kelag Energie und Wärme. „Das Verfahren der selektiven nichtkatalytischen Reduktion reduziert diese Stickoxide in erheblichem Maße und sorgt so für eine bessere Luftqualität, beschreibt der BWI Geschäftsführer Harald Moser Vorteil für die Umwelt: Bis zu 2.500 Kilogramm Stickstoffoxide können so jährlich eingespart werden. Und auch Geschäftsführer Thomas Fußenegger zeigt sich begeistert und meint: „Wir haben zudem in einen neuen modernen Biomassekessel investiert. Damit ist die langfristige Versorgungssicherheit für die Gemeinde Imst und den rund 450 Kunden sichergestellt.“ Die jährliche Verkaufsmenge beläuft sich derzeit auf rund 40 GWh und das Fernwärmenetz umfasst aktuell 29 Kilometer.

Weitere Informationen

  •  Die Biowärme Tirol ist die Arbeitsgemeinschaft der Biomasseheizwerke und der erneuerbaren Wärmenetzbetreiber:innen in Tirol. Sie vertritt die Interessen der aktuell ca. 80 Mitgliedsanlagen.
  •  Einen Gesamtüberblick der Anlagen im Bezirk Imst inklusive Kontaktdaten zu den Betreiber:innen erhalten Sie auf der Geo-Landkarte.
  •  Sie interessieren sich als Gemeinde für ein Nahwärmesystem? Die Mitgliedsbetriebe der Biowärme Tirol stehen gerne für eine Erstberatung zur Verfügung. Es können auch Bestandsanlagen besichtigt werden. 

Bei Fragen steht Ihnen Biowärme-Koordinator DI Andreas Moser (0664/1635105
oder info@biowaerme.tirol) gerne zur Verfügung. Informationen finden sich auch unter www.biowaerme.tirol.

Durch smarte Lösungen reduziert man in der Biowärme Imst beim Verbrennungsprozess entstehende Stickoxide.

Biowärme Imst GmbH & Co KG